Vom Urlaub in die Paartherapie? Das muss nicht sein!

  • Trennung nach dem Urlaub muss nicht sein

Der Urlaub steht vor der Tür und und wir können es gar nicht erwarten, in den Bikini bzw. die Badehose zu hüpfen. Die letzte Zeit war stressig und etwas Erholung tut jedem gut. Die Koffer sind fertig gepackt und das Beste: Endlich bleibt ganz viel Zeit für Zweisamkeit. 

Was vielen bei so viel Vorfreude noch nicht bewusst ist: Der bevorstehende Urlaub kann die Beziehung auf eine ganz schön harte Probe stellen. Nicht selten geht es vom Urlaub ab in die Partnerschaftskrise – dieses Bild zeichnen leider auch die Statistiken.

Was die häufigsten Auslöser für Beziehungsprobleme im Urlaub sind und wie man diese umgehen kann, das möchten wir Dir heute erklären.

Die Erwartungen sind hoch und der Fall umso tiefer.

Kaum am Urlaubsziel angekommen, sind Laune und Erwartungen auf dem Höhepunkt. Schnell wird allerdings deutlich: Die Interessen sind völlig unterschiedlich, zu sagen hat man sich irgendwie auch nicht mehr viel und Sex – naja, da ist eher Bettruhe angesagt.

Das ist kaum verwunderlich, denn schließlich müssen im Urlaub auch Entscheidungen getroffen werden, die sonst außer Frage stehen. So müssen wir uns entscheiden, was wir mit unserer freien Zeit anfangen möchten. Gehen wir zum Strand oder lockt uns doch eher Kulturprogramm? Wollen wir am Abend eher auf die nächste Party oder zum Candlelight Dinner? Das birgt viel Konfliktpotenzial. Insbesondere dann, wenn man auch noch in die Touristenfalle gerät und von Land und Leuten nur wenig mitbekommt. Die Stimmung sinkt beträchtlich und wer ist Schuld? Natürlich immer der Andere! 

Tatsächlich geraten mehr als zwei Drittel aller Paare im Urlaub in heftige Streitereien und jede dritte Scheidung wird nach dem Sommerurlaub eingereicht. 

Auch wenn wir es uns noch so sehr wünschen – Urlaub und Zweisamkeit führen leider nicht automatisch zu Harmonie und großen Glücksgefühlen in der Partnerschaft. Insbesondere dann nicht, wenn die Erwartungen an Urlaub und Partner zu hoch sind.

Vom Strand ins Beziehungs-Aus? Nicht unbedingt.

Nur weil es häufig nach dem Urlaub kriselt, muss das aber natürlich nicht immer passieren. Das Motto für einen gelungenen Urlaub lautet: entspannt bleiben! Denn zur Entspannung ist der ja schließlich da. Hier sind unsere Tipps für einen gelungenen Urlaub zu zweit.

#1 Daran denken, warum man eigentlich gemeinsam Urlaub macht. 

Obwohl Urlaub eigentlich eine Zeit der Entspannung und Erholung sein sollte, kommt es auch hier zu stressigen Situationen. Wichtig ist, auch in diesen angespannten Urlaubssituationen daran zu denken, warum man eigentlich gemeinsam Ferien macht. Wichtig ist, mit realistischen Erwartungen in den Urlaub zu fahren. Es ist eine Gelegenheit, sich auf neuem Terrain entspannter zu begegnen, aber dadurch wird nicht augenblicklich alles anders. Insbesondere wenn es schon vorher gekriselt hat, bedeutet ein Ortswechsel nicht gleich, dass alle Sorgen vergessen sind. Wenn im Urlaub aber Konflikte auftreten, raten Psychologen dazu, diesen ruhig und besonnen zu begegnen. Dem Anderen zuzuhören und zu signalisieren, dass man bereit ist, sich auf seine Gefühle einzulassen, ist der erste Schritt. 

#2 Entspannt in den Urlaub fahren.

Die Tage vor dem Urlaub sind häufig besonders stressig. Im Büro müssen die letzten Aufgaben erledigt werden, Zuhause wird gepackt und geplant. Steht dann die große Fahrt endlich an, ist man selbst schon mehr als urlaubsreif. Der Start in die langersehnten Ferien kann somit bei vielen bereits mit schlechter Stimmung startet. Daher ist es eine gute Idee, bereits vor der Fahrt in den Urlaub einen Urlaubstag einzulegen, um sich langsam einzustimmen, im Reiseführer zu schmökern und Pläne für die freie Zeit zu schmieden. Wird bis zum letzten Tag gearbeitet, sind wir am ersten Urlaubstag nicht bereit, komplett abzuschalten und folglich noch gestresst und potentiell gereizt. Schließlich dauert es auch eine Zeit, bis man sich richtig entspannen kann. Tatsächlich fanden Studien heraus, dass die eigentliche Erholung erst nach zwei Wochen einsetzt. Es sollte daher auch eine ausreichend lange Urlaubsdauer geplant werden.

#3 Den Urlaub gemeinsam planen.

À propos Planung: Meist wird schon hier der Grundstein für einen gelungen Urlaub gesetzt. Das Ziel sollte beiden gefallen, genauso sollten Interessen, Aktivitäten und Unterkunft vorher abgestimmt und ein Budget festgesetzt werden. Dabei ist natürlich zu beachten, dass Urlaub und Erholung etwas sehr individuelles sind. Während die einen wochenlang planen können, finden die Anderen eher Erholung, indem sie spontan sehen, wohin der Wind sie trägt. Wichtig sind gemeinsame Absprachen, damit beide Parteien wissen, was für den Anderen wichtig ist und keine bösen Überraschungen erlebt werden.

#4 Kompromisse eingehen.

Gehen die Interessen absolut auseinander, sind Kompromisse wichtig. Einmal geht es an den Strand und einmal zum Wandern. Und natürlich ist es auch eine Möglichkeit, für ein paar Stunden getrennte Wege zu gehen und den eigenen Interessen zu folgen. Über das Erlebte kann dann am Abend berichtet werden – das fördert nicht nur die eigene Zufriedenheit, sondern auch die Kommunikation in einer Partnerschaft. Den Anderen von einem Urlaubsziel zu überzeugen, wenn sich dieser vehement querstellt, sollten wir hingegen gleich sein lassen. Kommt es dann zu Problemen, ist die Krise vorprogrammiert und am Ende geht es vielleicht noch in getrennten Fliegern nach Hause. Und das ist schließlich das Letzte, was wir in unserem Urlaub wollen. 

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Liesa Huppertz

Liesa Huppertz

Content Managerin