Die Psyche Nähren: Kann Essen (Un)Glücklich Machen?

  • Einfluss der Ernährung auf die Psyche Stimmung Zusammenhang

Dass die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Erkrankungen wie Diabetes oder Herzkrankheiten spielt, ist seit Langem bekannt. In den vergangenen Jahren hat sich die Wissenschaft nun immer mehr der „Nutritional Psychology“ gewidmet, also der Erforschung des Einflusses von der Ernährung auf die psychische Gesundheit (davon abzugrenzen ist die Ernährungspsychologie, bei der es um die psychischen Einflüsse auf das Essverhalten geht).

Depression Und Das Körpergewicht

Dabei geht es um die Frage, ob eine ungesunde Ernährung zum Beispiel die Entwicklung einer Depression begünstigen kann. Im Umkehrschluss: Lassen sich psychische Erkrankungen durch die Aufnahme spezifischer Nährstoffe vermeide oder heilen? Hinweise auf diese Zusammenhänge liefern unter anderem die Beobachtung, dass Übergewichtige sowie Magersüchtige ein erhöhtes Risiko für Depressionen haben.

Stimmungsaufheller In Der Nahrung

Forscher betrachten vier Wirkmechanismen von der Ernährung auf die Psyche. Zum einen gibt es Nährstoffe, die einen direkten Effekt im Gehirn zeigen. Einer der bekanntesten ist die Aminosäure L-Tryptophan, die unter anderem in Sojabohnen, Cashewkernen und rohem Kakao vorkommt. L-Tryptophan wird im Körper zum “Glückshormon” Serotonin umgewandelt und kann so seine stimmungsaufhellende Wirkung entfalten.

Die Rolle Des Magen-Darm-Trakts

Auf der Hand liegt außerdem der Weg über den Magen-Darm-Trakt. Hier wirken Nährstoffe auf ein Nervengeflecht ein, welches Signale ans Gehirn schickt und so die Stimmung beeinflussen kann. Des Weiteren spielt das Immunsystem eine wichtige Rolle in der Beeinflussung der Stimmung. Als vierte Mechanismus kommen Bakterien im Darm in Frage, die bei der Verdauung und Nährstoffaufnahme helfen.

Ganzheitlicher Blick Auf Körper Und Geist

Können eine ausgewogene, auf das Individuum abgestimmte Ernährung und gegebenenfalls Nahrungszusätze in Zukunft die Einnahme von Medikamenten ablösen? Zumindest lässt sich feststellen, dass trotz neuester Antidepressiva auf dem Markt, mehr und mehr Menschen an Depressionen erkranken. Ganzheitliche Behandlungsmethoden, die auf Körper und Geist blicken, sich neben der Psyche auch mit Themen wie eben der Ernährung, aber auch Bewegung und Schlaf beschäftigen, könnten in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Marieke

Marieke