Welche Therapieformen gibt es?

  • Therapieformen Formen der Psychotherapie Überblick

Psychische Erkrankungen, Belastungen und Krisen bedürfen oftmals einer psychotherapeutischen Behandlung. Wer sich nach Hilfe umschaut, wird schnell feststellen, dass es diverse Therapieformen gibt. Drei Therapieverfahren werden derzeit von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernommen: die kognitive Verhaltenstherapie, die analytische Psychotherapie und die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT oder VT)

In der Verhaltenstherapie oder auch kognitiven Verhaltenstherapie besteht die Grundannahme, dass Menschen auf innere und äußere Situationen mit bestimmten erlernten Verhaltens- und Denkweisen reagieren. Diese Therapieform geht davon aus, dass der Mensch Verhaltensweisen im Laufe des Lebens erlernt. Was in der Vergangenheit ein angemessenes Verhalten war, kann sich in der Gegenwart als nicht angepasst oder selbstschädigend herausstellen. Durch Um- oder Neulernen lässt sich das unangepasste Verhalten und Denken verändern oder zumindest reduzieren; neues Verhalten kann erlernt und verfestigt werden. Dabei geht die Verhaltenstherapie immer von einer wechselseitigen Verknüpfung der Gedanken, Gefühle und des Verhaltens aus.

Oberstes Ziel der Verhaltenstherapie ist die Beseitigung von Symptomen. Psychische Störungen mit einer abgrenzbaren Symptomatik, wie Depressionen oder spezifische Ängste (Phobien), lassen sich nachweislich besonders gut durch eine Verhaltenstherapie behandeln. Voraussetzung für diese Form der Psychotherapie ist der Wille, aktiv an sich zu arbeiten und das eigene Verhalten ändern zu wollen. Die online Selbsthilfekurse von Selfapy basieren auf den Prinzipien der Verhaltenstherapie.

Analytische Psychotherapie

Die analytische Psychotherapie gehört neben der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie (siehe unten) zu den psychoanalytisch begründeten Verfahren. In ihrer Theorie basiert sie also auf der Psychoanalyse (nach Sigmund Freud) und deren Weiterentwicklung. Im Fokus der analytischen Psychotherapie stehen Muster im Erleben, Denken, Bewerten und Verhalten aber auch in Beziehungen. In einem stabilen, sicheren Rahmen (dabei muss der Patient nicht notwendigerweise, wie bei der klassischen Psychoanalyse, liegen) werden unbewusste Konflikte und verdrängte Erlebnisse in der Beziehung des Klienten zum Therapeuten bewusst gemacht. Dabei behandeln sie besonders die zugrundeliegende Struktur, d.h. die Persönlichkeit des Patienten.

Die analytische Psychotherapie ist als Langzeittherapie ausgelegt, die jedoch zeitlich begrenzt ist und klare Zielvorgaben hat. In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen für Erwachsene bis zu 300 Therapiestunden in der Einzeltherapie (maximal drei Behandlungsstunden pro Woche) oder 150 Stunden in der Gruppe (maximal zwei Behandlungsstunden pro Woche). Im Gegensatz dazu ist die klassische Psychoanalyse zeitlich unbegrenzt und gilt als Methode der Persönlichkeitsentwicklung.

Tiefenpsychologisch Fundierte Psychotherapie (TP)

Auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie beruht auf den Grundlagen der Psychoanalyse. Tiefenpsychologisch fundiert arbeitende Therapeuten beachten wichtige psychoanalytischen Konzepte von Unterbewusstsein, Widerstand, Übertragung und Gegenübertragung, sind aber nicht der Fokus der therapeutischen Arbeit. Um eine psychische Störung zu behandeln, werden die ihr zugrundeliegenden Ursachen (z.B. verdrängte Konflikte oder Erfahrungen) ergründet. Grundlage der Therapie ist die Beziehung des Patienten zum Therapeuten und es wird angenommen, dass Konflikte, die hier entstehen auch in anderen Beziehungen des Klienten zum Tragen kommen. In der tiefenpsychologisch fundierten Therapie wird zielorientiert gearbeitet. Die Ziele werden zwischen Klient und Therapeut vor und während der Therapie festgelegt.

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist ebenfalls zeitlich begrenzt und kürzer als die analytische Psychotherapie ausgelegt. Die Krankenkassen übernehmen im Regelfall 50 Behandlungsstunden, manchmal auch mehr.

Weitere Therapieformen

Es gibt zahlreiche weitere Therapieformen, die die Krankenkasse nicht übernimmt. Dazu gehören unter anderem die Systemische Therapie, Gestalttherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie, Körper- und Bewegungstherapie, Biofeedback, Psychodrama und viele mehr. Werden diese Therapieformen im Rahmen einer stationären Behandlung angeboten, entstehen für den Patienten im Regelfall keine zusätzlichen Kosten.

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Marieke

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