Anzeichen, Symptome und Behandlung der Depression

  • Anzeichen, Symptome und Behandlung der Depression

Anzeichen der Depression

Die Depression ist wohl die meist bekannte psychische Störung. Wir neigen dazu schnell zu sagen, dass wir uns depressiv fühlen, wenn wir mal einen schlechten Tag haben. Da die Depression mit einem starken, unaufhörlichen Gefühl der Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit einher geht, ist das Störungsbild eine sehr ernstzunehmende Krankheit. Dabei ist es jedoch wichtig die Trauer, Leere und Hoffnungslosigkeit nicht mit der gleichzusetzen, die wir fühlen, wenn wir beispielsweise einen nahestehenden Menschen verloren haben.

Eine Depression kann in ihrer Ausprägung, in der Länge der Episoden sowie in der Häufigkeit ihres Vorkommens variieren.

Symptome der Depression

Antriebs- und Interesselosigkeit sowie eine gedrückte bis traurige Stimmung weisen alle Betroffenen auf, somit bilden diese die Hauptsymptome des depressiven Störungsbildes. Zudem gehen Appetit- und Schlaflosigkeit mit der Depression einher, weshalb sie auch die „Losigkeit-Krankheit“ genannt wird. Betroffene klagen oftmals über eine mangelnde Aufmerksamkeit sowie Schwierigkeiten sich zu konzentrieren. Sie leiden zudem unter starken Schuldgefühlen und wenig Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Die kann ein Gefühl von Wertlosigkeit erzeugen. Durch das permanente Vorhandensein von negativen Gefühlen sind Betroffene meist sehr pessimistisch ihrem Leben gegenüber. Dies kann bis hin zu Suizidgedanken- und handlungen reichen.

Je nach Anzahl und Intensität der auftretenden Symptome wird zwischen einer leichten-, mittelgradigen oder schweren Depression unterschieden. Letztere ist auch als Majore Depression (engl: major depression, kurz: MD) bekannt. Sind zwei bis drei der oben genannten Symptome vorhanden, kann von einer leichten Depression ausgegangen werden. Eine mittelgradige Depression wird bei dem Vorhandensein von mindestens vier Symptomen diagnostiziert. Die Major Depression oder schwere depressive Erkrankung ist von auftretenden Suizidgedanken und im schlimmsten Fall -handlung geprägt. Zudem kommen starke Veränderungen und Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates hinzu. Die schwere Depression tritt oft zusammen mit Symptomen einer Angststörung auf.

Unabhängig vom Schweregrad zählt die Depression zu den psychischen Störungen, welche weltweit am häufigsten vorkommt. Fast jeder Fünfte leidet mindestens einmal im Leben an einer depressiven Episode, die Tendenz ist steigend.

Welche Formen der Behandlung gibt es?

Formen der Depression

Postnatal Depression

Neben den Hauptformen gibt es Untergruppen wie die postnatale bzw. postpartale Depression. Diese ist im Volksmund auch als Wochenbettdepression bekannt. Kennzeichnend für das Störungsbild sind Gefühle von Leere und Freudlosigkeit sowie Tötungsgedanken dem Kind oder Familienangehörigen gegenüber. Die postnatale Depression entsteht in der Regel wenige Wochen nach der Geburt, in manchen Fällen auch in den ersten 2 Jahren nach der Entbindung. Ursache sind neben seelischen Beschwerden die erhebliche hormonelle Umstellung sowie der Schlafmangel aufgrund des aus dem Gleichgewicht geratenen Schlaf-Wach-Rhythmus.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Forschung der Effektivität verschiedener Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen ist sehr fortgeschritten. Die Wirksamkeit der in Deutschland anerkannten psychotherapeutischen Verfahren zur Behandlung depressiver Erkrankungen ist belegt, daher werden diese Therapien in der Regel bei erfolgreicher Antragstellung von den Krankenkassen übernommen.

In vielen Fällen reichen wenige Sitzungen der kognitiven Verhaltenstherapie, um eine Symptomlinderung zu erzielen. Dabei wird an den zugrunde liegenden negativen Gedanken gearbeitet, um ein besseres Selbstbild herzustellen. Jedoch ist es höchst individuell welches therapeutisches Verfahren als hilfreich empfunden wird. Es ist daher ratsam, verschiedene Verfahren auszuprobieren.

Achtsamkeitsübungen sind oftmals vielversprechend: Betroffene lernen ihren Körper wieder richtig wahrzunehmen und sich Zeit für Entspannung einzuräumen. Dadurch übt man den wertschätzenden Umgang mit sich selbst, um Selbstvorwürfe und die damit verbundenen negativen Gedanken abzubauen. Um die von Verhaltenstherapeuten genannte „erlernte Hoffnungslosigkeit“ abzubauen, die viele Betroffene verspüren, ist Bestandteil der Therapie ein positiver Perspektivwechsel. Es wird sich auf das Hier und Jetzt fokussiert.

Zudem kann Sporttreiben äußert hilfreich sein. Bei sportlicher Aktivität nimmt man seinen Körper intensiv wahr und fühlt sich der Belastung freier und ausgeglichener. Rund ein Drittel der Behandelten erfahren nach einer kognitiven Verhaltenstherapie erneut depressive Phasen. Besonders in der Ruckfallprävention kann Sport sehr effektiv sein.

Von einer rein medikamentösen Behandlung ist bei einer leichten bis mittelgradigen Depression abzuraten, da die Rückfallquote bei 60 Prozent liegt. Im Falle einer schweren Depression ist wiederum eine zusätzliche medikamentöse Behandlung ratsam. Oftmals können sich Betroffene auch erst auf eine Psychotherapie einlassen und konzentrieren, wenn die schwersten Symptome der Depression milder sind.

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Quellen: Psychosoziale-Gesundheit.net netdoktor.at GmbH

Marieke

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