Weihnachten mit einer Essstörung überstehen

  • Weihnachten mit Essstörung

Das Weihnachtsfest kann für Menschen mit einer Essstörung extrem stressig sein und das aus zweierlei Gründen: Zum einem wird rund um den Weihnachtsbaum traditionell üppig gegessen, zum anderen wird viel Zeit mit der Familie verbracht. Damit können eine Vielzahl von Problemen einhergehen.

Vielleicht fühlst Du Dich beobachtet und kontrolliert, weil Familienmitglieder die Größe Deiner Portionen kommentieren, zählen, wie viele Plätzchen Du bereits gegessen hast oder Deine Figur kritisieren? Vielleicht ist es auch die Nähe zu Deiner Familie, die in Dir Unbehagen auslöst. Nicht selten haben familiäre Konflikte zu der Entstehung Deiner Essstörung beigetragen.

Rückfälle sind möglich und verzeihbar

Es gibt einige Möglichkeiten, wie du Weihnachten überstehen und sogar genießen kannst. Zuallererst: Warst Du in den vergangenen Wochen oder Monaten symptomfrei, können die Feiertage einen Rückfall auslösen. Das ist nicht schlimm! Verzeihe Dir diesen Ausrutscher, sollte er passieren, und lass Dich davon nicht auf dem Weg der Genesung bremsen.

Versuche Dir bewusst zu machen, dass Weihnachten nur 3 Tage von insgesamt 365 Tagen im Jahr stattfindet. Schneller als Du “Weihnachtsglockenkonzert” sagen kannst, ist der Spuk vorbei. Es kann außerdem hilfreich sein, sich weniger auf den Aspekt des Essen zu konzentrieren und dafür all die anderen schönen Seiten des Fests in den Fokus zu rücken: das gemeinsame Schmücken des Tannenbaums, das Auspacken der Geschenke, ein Spaziergang im Schnee, der Besuch eines Krippenspiels oder Weihnachtsgottesdienstes.

Ruhemomente: Tagebuch schreiben und meditieren

Wenn Dir der Trubel zu viel wird, gönne Dir eine Auszeit: suche Dir einen ruhigen Ort und schreibe 15 Minuten lang in ein Tagebuch oder finde durch eine Atemmeditation zur Ruhe. Möglicherweise weiß Deine Familie nichts von der Essstörung und Du fühlst Dich einsam. Für diesen Fall kann es hilfreich sein vorab eine vertraute Person als Notfallkontakt festzulegen und sich abzusprechen, dass Du sie anrufen kannst, falls Du Dir Frust von der Seele reden möchtest.

Last but not least: Probiere es mit Ehrlichkeit. Natürlich ist die Bescherung nicht der beste Augenblick, um Deiner Familie mitzuteilen, dass Du eine Essstörung hast. Vielleicht nutzt Du die Adventszeit, um diesen Schritt zu gehen? Kommen zu Weihnachten dann Problemsituationen auf, wird es Dir leichter fallen dies zu thematisieren.

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Marieke

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