Warnsignale der Essstörungen erkennen

  • Anzeichen und Warnsignale einer Essstörung erkennen

Die meisten psychischen Erkrankungen entwickeln sich schleichend. So eben auch die Essstörungen Anorexie, Bulimie und Binge-Eating. Es fällt nicht immer leicht, gesundes und krankhaftes Verhalten voneinander zu unterscheiden. Besonders während der Pubertät laufen viele körperliche Veränderungen ab. Eltern fragen sich dann oft, was noch “normal” ist und ab wann Grund zur Sorge besteht. Im Erwachsenenalter können sich Verhaltensänderungen einschleichen, die Partner, Freunde oder Kollegen gar nicht oder erst sehr spät bemerken.

Es gibt eine Reihe von Warnsignalen und Anzeichen dafür, dass jemand eine Essstörung hat oder das Risiko besteht, sie zu entwickeln.

Phase 1: Körperbild

Die betroffene Person ist zunehmend unzufrieden mit ihrem Aussehen, findet sich selbst dick und kritisiert ihre “Problemzonen”. Gerade in der Pubertät verändert sich der Körper drastisch, womit nicht jedes Mädchen oder jeder Junge klarkommt. Die Wahrnehmung des eigenen Körpers kann verzerrt sein. Ständige Vergleiche mit schlanken Menschen verstärken zunehmend die Unzufriedenheit. Die Person beschäftigt sich viel mit dem Thema Ernährung, beginnt Kalorien zu zählen und startet erste Diätversuche. Sport wird nicht mehr nur aus Spaß betrieben, sondern um das Gewicht zu beeinflussen. Dieses Verhalten wird im Verlauf der Erkrankung ausgeprägter.

Phase 2: Essverhalten

Die Gedanken kreisen permanent ums Essen. Die Nahrungsaufnahme wird stark kontrolliert, zum Beispiel durch den Verzicht auf kalorienreiche Nahrungsmittel. Fett- und Kalorienarmes wird bevorzugt, Mahlzeiten werden immer häufiger ausgelassen. Die Portionen werden immer kleiner. Das Essen wird langsam und ausgiebig gekaut und es bleiben viele Reste auf dem Teller zurück. Wird die Person auf ihr Essverhalten angesprochen, hat sie meist eine Ausrede parat, zum Beispiel habe sie schon gegessen oder habe Bauchschmerzen. Die betroffene Person meidet es in der Gegenwart anderer zu essen. In heimlichen Essattacken verzehren Betroffene größere Mengen Nahrung, vor allem Süßigkeiten. Dieses Verhalten ist vor allem für die Binge-Eating-Störung kennzeichnend. Personen mit einer Bulimie oder mit einer Anorexie des Purging-Typus treffen nach einer Essattacke Gegenmaßnahmen: Sie verschwinden nach jeder Mahlzeit auf der Toilette, um zu erbrechen. Brechgeräusche übertönen Betroffene durch einen laufenden Wasserhahn oder die Dusche.

Phase 3: Gewicht und Körper

Ein deutlicher Gewichtsverlust oder eine Gewichtszunahme im Falle einer Binge-Eating-Störung sind meist deutlich zu erkennen. Liegt das Körpergewicht 15% unterhalb des Normalgewichts oder des in der Wachstumsphase zu erwartenden Gewichts, kann von einer Magersucht ausgegangen werden. Auch kann das Gewicht der betroffenen Person stark schwanken. Trotz der Gewichtsabnahme fühlen sich Menschen mit Magersucht oder Bulimie oft zu dick. Es besteht dann eine große Angst vor der Gewichtszunahme. Es können als Folge von wiederholtem Erbrechen außerdem körperliche Veränderungen auftreten, wie das Anschwellen der Speicheldrüsen (“Hamsterbacken”) und eingerissene Mundwinkel. Eine Mangelversorgung kann sich dann durch Kreislaufprobleme und Schwindel, trockene Haut oder Haarausfall bemerkbar machen.

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Warnsignale der Essstörungen erkennen

 

Marieke

Marieke