Mein Kind hat eine Essstörung: Was kann ich tun?

  • Mein Kind hat eine Essstörung Was kann ich tun?

Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie können bereits in der Kindheit und Jugend auftreten. Die Erkrankung kann in diesen Fällen die gesamte Familie betreffen. Viele Eltern fühlen sich hilflos oder verstehen die Essstörung nicht. Daher sollten sich Angehörige zunächst über die Ursachen und Symptome der verschiedenen Essstörungen informieren. Besteht der Verdacht, dass ein Kind unter einer Essstörung leidet, ist das Ziel eine möglichst frühzeitige Behandlung bei einem Arzt oder Therapeuten. Denn: Je eher die Erkrankung behandelt wird, desto höher stehen die Chancen einer vollständigen Genesung.

Dabei müssen Eltern behutsam vorgehen. Das Kind steht unter ihrer Fürsorge und letztlich entscheiden sie darüber, ob und wann es sich in Behandlung begibt. Der Therapieerfolg hängt jedoch maßgeblich davon ab, dass die betroffene Person selbst den Wunsch hat gesund zu werden. Die Essstörung ist oftmals Ausdruck eines gefühlten Kontrollverlustes. Wird dem Kind nun auferlegt, dass es einen Therapeuten sehen muss, kann es sich eingeschränkt und in seiner Privatsphäre verletzt fühlen.

Probleme ernst nehmen

Auch bei Betroffenen, die bereits im Erwachsenenalter sind, stehen Angehörige oftmals vor großen Herausforderungen. In diesem Fall gilt noch mehr das Gebot die Autonomie der Betroffenen zu wahren, ohne jedoch die eigenen Grenzen zu missachten.

Eltern sollten zunächst versuchen ihr Kind und die Essstörung zu verstehen, seine Probleme ernst zu nehmen und kein Urteil zu fällen. Statt Vorwürfe zu machen, können Angehörige ihre eigenen Sorge und Ängste mitteilen und das Problem aus ihrer Sicht schildern. Achtung: Es empfiehlt sich dieses Thema nicht während einer Mahlzeit anzusprechen. Oftmals stehen Menschen mit einer Essstörung während des Essens so sehr unter Spannung, dass ein konstruktives Gespräch kaum möglich ist.

Essstörung keinen Raum gewähren

Der Essstörung sollte so wenig Raum wie möglich gelassen werden. Familienmahlzeiten könne wie immer geplant, gekocht und gegessen werden. Besonders wichtig ist es auch in dieser schwierigen Phase nicht die anderen Kinder im Haushalt, den Partner oder sich selbst zu vernachlässigen. Eltern sollten außerdem nicht zögern die Hilfe von Ärzten, Therapeuten oder Selbsthilfegruppen in Anspruch zu nehmen.

Nicht nur für einen Betroffenen, sondern auch für Angehörige selbst kann professionelle Hilfe unterstützend wirken. So können Essstörungen bei Angehörigen von Betroffenen Schuldgefühle oder andere negative Empfindungen auslösen, über die, z.B. aufgrund von Schamgefühlen, selten gesprochen wird.

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Marieke

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