Krankheitsbilder Teil 1: Von A Wie Angst Bis E Wie Essstörungen

  • Psychische Erkrankung Essstörung

Es gibt hunderte von psychischen Krankheiten — das zeigt ein Blick in die gängigen Diagnoseklassifikationssysteme, wie dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben ICD-10 oder dem DSM-5 der amerikanischen psychiatrischen Gesellschaft (APA). Wir möchten Dir kurz und knapp einige der am häufigsten auftretenden psychischen Erkrankungen vorstellen und beginnen in diesem Blog-Post mit folgenden fünf: Angst, Bipolare Störung, Burnout, Depression und Essstörungen.

A Wie Angst

Angst ist im Prinzip ganz normal und natürlich. In gefährlichen Situationen ist sie sogar lebensnotwendig und schützt Dich. Bekommt man jedoch übermäßig und ohne tatsächlich vorhandener Gefahr Angst, kann es sich um eine krankhafte Angststörung handeln. Diese macht sich durch Angstattacken mit Beklemmungs- und Erstickungsgefühlen, Schweißausbrüchen, Schwindel oder Herzrasen bemerkbar. Auslöser sind bestimmte Situationen, z.B. Prüfungen, große Gruppen und kleine Räume, aber auch Tiere wie z.B. Spinnen. Ebenfalls zu den Angsterkrankungen gehören die Panikstörungen. Die Symptome treten hier ohne ersichtlichen Auslöser auf. Ängste gehören zu den am weitesten verbreiteten psychischen Erkrankungen in Deutschland und Europa.

B Wie Bipolare Störung

Die Bipolare Störung, auch als manisch-depressive Erkrankung bekannt, gehört zu den Affektiven Störungen. Zu dieser Gruppe von psychischen Erkrankungen zählt auch die Depression. Menschen mit einer bipolaren Störung schwanken zwischen depressiven und manischen Phasen hin und her. Die Manie ist von Euphorie, Tatendrang und Risikobereitschaft gekennzeichnet. Sie wird in der depressiven Phase von Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit abgelöst. In Deutschland sind rund 2 Millionen Menschen von einer bipolaren Störung betroffen.

B Wie Burnout

Beim Burnout handelt es sich (noch — das Thema wird von Psychologen heiß diskutiert) nicht um eine eigenständige Diagnose, sondern um eine Zusatzdiagnose, der oftmals eine Depression zugrunde liegt. Das Burnout-Syndrom wird mit permanentem Stress verbunden. Es folgen emotionale und geistige Erschöpfung, Depersonalisierung (Distanz anderen Personen, z.B. Klienten, und sich selbst gegenüber) und das Gefühl, keine Erfolge mehr zu erleben. Nicht selten sind Drogenabhängigkeit, Schlaflosigkeit, depressive oder gar suizidale Gedanken mit dem Burnout verbunden. Galt die Störung früher als Managerkrankheit, trifft sie heute Personen in allen Alters- und Lebensbereichen.

D Wie Depression

Eine gedrückte Stimmung, ein Mangel an Antrieb und Motivation, negative Gedanken, der Verlust von Freude und Interessen — in Deutschland leiden rund 4 Millionen Menschen unter diesen Symptomen, die zu den Hauptmerkmalen einer Depression zählen. Meist kommen Schuldgefühle, Appetit- und Gewichtsverlust, Schlaf- und Konzentrationsstörungen dazu — in schweren Fällen auch Suizidgedanken. Die Störung kann als einmalige, depressive Episode auftreten oder chronisch verlaufen. Eine besondere Form der Depression ist die saisonal-affektive Störung, auch als Winterdepression bekannt. Sie tritt in der dunklen, kalten Jahreszeit auf. Betroffene haben ein übermäßiges Schlafbedürfnis, fühlen sich jedoch nicht erholt, und nehmen aufgrund von Heißhungerattacken auf Kohlenhydrate zu.

E Wie Essstörungen

Wenn das Thema Essen zum Lebensfokus wird, der Betroffene ständig damit beschäftigt ist Kalorien zu zählen, die Nahrungsaufnahme stark reduziert, der Drang nach Bewegung ins Extreme gesteigert wird oder man übermäßig viel isst, wird von einer psychisch bedingten Essstörung gesprochen. Zu den drei Häufigsten gehören Magersucht (Anorexia nervosa), Bulimie (Bulimia nervosa) und Fettleibigkeit (Adipositas).

Menschen mit Magersucht nehmen sich selbst als zu dick war und reduzieren ihr Gewicht daher bewusst durch eine geringe Kalorienzufuhr und/oder exzessiven Sport. Dies hat verheerende — manchmal tödliche — Folgen. Ein niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Blutarmut, Darmträgheit und chronische Verstopfung, Magenkrämpfe, Übelkeit und Konzentrationsverlust gehören zu den Begleiterscheinungen. Oft treten auch Zwangs- und depressive Symptome auf.

Die Bulimie ist von Fressattacken und darauf folgendem selbst herbeigeführten Erbrechen gekennzeichnet. Mit Abführmitteln, Appetitzüglern und Sport versuchen die Betroffenen ihr Gewicht trotz Fressattacken zu reduzieren oder zumindest zu halten. Nicht selten geht mit der Bulimie Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch einher. Das Suizidrisiko bei dieser Erkrankung liegt bei sehr hohen 10 Prozent.

Adipositas ist kein eigenständiges psychisches Störungsbild, führt aber in den meisten Fällen zu schweren Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Problemen oder Impotenz. Betroffene nehmen zu viele Kalorien auf und bewegen sich zu wenig. Treten regelmäßig Fressattacken mit Kontrollverlust auf, spricht man auch von Binge-Eating. Im Gegensatz zur Bulimie werden beim Binge-Eating keine Gegenmaßnahmen eingeleitet. Die Komorbidität (d.h. das gleichzeitige oder aufeinanderfolgende Auftreten) von Adipositas und Depressionen ist sehr hoch.

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Marieke

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