Hilfe bei Binge Eating – Essen bis nichts mehr geht

  • Online Hilfe bei der Binge Eating-Störung

Was ist die Binge Eating Störung?

Die Binge Eating Störung äußert sich durch Heißhungerattacken, währenddessen Betroffene das Gefühl haben, die Fressanfälle nicht stoppen zu können und einen regelrechten Kontrollverlust über die Nahrungsaufnahme erfahren. Große Mengen an Nahrung werden während der Fressanfälle schnell und meist heimlich verzehrt. Nach den Fressanfällen und Heißhungerattacken quälen die Betroffenen große Schamgefühle, Ekel vor sich selbst und innere Unruhe. Die Ursachen dieser Fressanfälle können z.B. emotionaler Stress sein. Im Gegensatz zur Bulimie erbrechen oder fasten Personen, die unter eine Binge Eating Störung leiden, nicht nach den Fressanfällen und treiben keinen übermäßigen Sport, um die Kalorienzufuhr der Heißhungerattacken zu kompensieren.

Um letztendlich die Diagnose einer Binge Eating Störung zu erhalten, müssen Betroffene mindestens über 6 Monate 2 Mal in der Woche einen Fressanfall erleiden. Zur Diagnose gehören neben der Fressanfälle auch die unangenehmen Emotionen nach der Heißhungerattacke und der Kontrollverlust währenddessen. Das Gewicht ist hierbei nicht vorrangig, denn auch Normalgewichtige können unter einer Binge Eating Störung leiden. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit bei Binge Eatern höher, später unter Übergewicht zu leiden.

Ursachen der Binge Eating Störung

Normalerweise löst nicht eine Ursache, sondern mehrere Ursachen eine Binge Eating Störung und Fressanfälle aus. Faktoren, wie die Gene, Emotionen und gemachte Erfahrungen im Leben, haben Einfluss auf die Entwicklung der Binge Eating Störung. Grundsätzlich ist es wichtig, die Ursachen für eine Binge Eating Störung zu identifizieren, um aktiv gegen die Essstörung vorzugehen.

Psychologische Ursachen

Eine große Rolle bei den psychologischen Ursachen spielen die, meist in der Kindheit gemachten, Erfahrungen. Ursachen für spätere Probleme mit dem eigenen Essverhalten können z.B.traumatische Erlebnisse oder das Fehlen anderer Möglichkeiten der Emotionsregulation sein. Diese verschiedenen Faktoren haben einen Einfluss auf die Manifestierung der Binge Eating Störung. Die gelernten fehlerhaften Verhaltensweisen können harmlos beginnen und sich im Erwachsenenalter verstärkt äußern, z.B. in einem schädlichen Essverhalten, geringem Selbstwert oder einem negativen Selbstbild.

Oft klagen Betroffene über Schwierigkeiten mit der Emotionsregulation, Impulssteuerung oder Impulskontrolle und einem geringen Selbstwertgefühl. Binge Eater leiden nicht selten unter depressiven Symptomen (Schlafstörung, ständiges Grübeln, Konzentrationsschwierigkeiten, pessimistische Sicht in die Zukunft, Selbstzweifel, Gefühl von Einsamkeit, Unzufriedenheit mit sich selbst, etc.). Bei der Hälfte aller Binge Eater kann neben einer Essstörung eine unterliegende Depression festgestellt werden.

Soziale Ursachen

Nicht selten spielt Übergewicht in der Kindheit eine Rolle. Binge Eater entwickeln meist früh Probleme mit dem eigenen Essverhalten. Essen in der Kindheit wurde dann als falsche Kompensation genutzt, z.B. zur Beruhigung, zur Belohnung, um Angst zu lindern oder sich von einer depressiven Verstimmung zu befreien. Kurzfristig hilft das Essen den Betroffenen, unangenehme Emotionen wie Traurigkeit, Angst, innere Leere oder Unsicherheit zu lindern. Langfristig stellt sich ein Teufelskreis ein, der nur schwer zu durchbrechen ist.

Biologische/genetische Ursachen

Ursachen für eine Binge Eating Störung liegen manchmal in der Genetik. Seltene Anomalien können eine Binge Eating Störung begünstigen. Genetische/körperliche Ursachen für eine Binge Eating Störung sind z.B. eine Dysregulation des Hypothalamus, welcher den Appetit kontrolliert. Ein geringes Level des Neurotransmitters Serotonin im Gehirn hat einen Effekt auf die Entwicklung einer Binge Eating Störung und begünstigt die Essattacken. Körperliche Ursachen müssen mit dem Hausarzt abgeklärt werden. Dieser entscheidet über das weitere Verfahren der Therapie.

Diät als Ursache

Manchmal kann eine Diät die Ursache für die Entwicklung einer Binge Eating Störung sein. Bei der Diät wird dem Körper meist das Essen entzogen. Wenn dem Körper längere Zeit die Nahrungsaufnahme verwehrt bleibt, sendet dieser extreme Hungersignale aus. Diesen ist es umso schwerer entgegenzuwirken. Die Folge sind dann Fressanfälle und Heißhungerattacken mit übermäßiger Nahrungsaufnahme. Aus dieser einmaligen Essattacke kann schnell ein langfristiges Problem entstehen. Eine Diät kann dem Körper auf lange Zeit großen Schaden zufügen, indem Fressanfälle und Heißhungerattacken zur Regel werden.

Ursachen für Essattacken und Fressanfälle

Für die Betroffenen werden Essattacken, regelrechte Fressanfälle, zur größten Belastung. Generell kann man sagen, dass Betroffene mit dem übermäßigen Essen etwas “füllen” möchten. Betroffene berichten oft, dass es ihnen schwer fällt, das Hungergefühl von Emotionen wie Traurigkeit, Angst oder Anspannung zu unterscheiden. Ebenso ist die Unterscheidung zwischen dem Hungergefühl und dem Sättigungsgefühl für Menschen, die unter der Binge Eating Störung leiden, schwierig. Binge Eater fühlen oft einen Zustand des Unbehagens, den sie als Hungergefühl interpretieren. Sie greifen dann zum Essen, um sich seelische Erleichterung zu verschaffen. Ein Kontrollverlust und ein nicht Stoppen können während des Fressanfalls bzw. der Heißhungerattacke setzt ein.

Binge Eater fühlen sich während der Fressattacke kurz psychisch erleichtert. Enden die Fressanfälle, kommen schnell Gefühle des Bedauerns, Selbsthass, Selbstzweifel und Ekel in den Betroffenen hoch – sie fühlen sich dann schlechter als vor dem Fressanfall. Die Fressanfälle und Heißhungerattacken führen oft zu einer Gewichtszunahme, die sehr schnell verlaufen kann. Diese Gewichtszunahme und Fettleibigkeit verstärkt die negativen Gefühle – zur Kompensation greifen die Binge Eater wieder zum Essen. Somit entsteht ein Teufelskreis: Je schlechter sie sich fühlen, desto mehr Nahrung nehmen Binge Eater auf, wonach sie sich noch schlechter fühlen.

Den Teufelskreis durchbrechen

Betroffene, die unter der Binge Eating Störung leiden, fühlen sich meist machtlos und können den Kreislauf der Essattacken und Fressanfälle schwer durchbrechen. Es gibt verschiedene Strategien, die Du anwenden kannst um Dein Wohlbefinden zu verbessern. Zuerst ist es aber wichtig, das eigene Essverhalten zu verstehen. Das heißt, zu klären, wieso Du zum Essen greifst. Ist es wirklich Hunger? Sind es Emotionen, die zu Fressanfällen führen? Können die Gründe für Deine Bedürfnisse nach Essen durch die Fressanfälle gelöst werden oder brauchst Du eigentlich etwas anderes? Hier findest Du ein paar Tipps, die Dir helfen, aktiv gegen die Heißhungerattacken und Fressanfälle vorzugehen.

Therapie bei der Binge Eating Störung

Betroffene, die unter einer Binge Eating Störung leiden, schaffen es nicht immer aus eigener Kraft dem Teufelskreis zu entkommen. Oftmals wächst die Verzweiflung nach gescheiterten Versuchen, die Kontrolle über das Essen wiederzuerlangen. Gelingt der Versuch nicht, können die Fressanfälle oder Essattacken noch verstärkt werden. In diesem Fall ist eine Psychotherapie sinnvoll. Diese hilft Dir, Deine persönlichen und vielleicht unbewussten Ursachen für die Binge Eating Störung zu erkennen und aktiv gegen die Essstörung vorzugehen.

Selfapy hat einen Kurs zur Binge Eating Störung entwickelt, der von allen Krankenkassen bis zu 100% erstattet wird. Dieser wird Dich über zwölf Wochen begleiten und Dir helfen, aktiv gegen Deine Binge Eating Störung vorzugehen. In den Wochenmodulen des Selfapy Kurses lernst Du viel über die Binge Eating Störung, Du lernst besser mit Deinem Stress umzugehen und nicht direkt zum Essen zu greifen. Außerdem lernst Du, wie Du Deine Emotionen wieder regulieren kannst. Du übst Traurigkeit, Angst oder innere Leere vom Hungergefühl zu unterscheiden – zum Beispiel mithilfe eines Stimmungs- und Ernährungstagebuches. Somit kannst Du Deine persönlichen Auslöser für die Heißhungerattacken oder Fressanfälle und ihre Muster identifizieren und ihnen entgegenwirken. Zusätzlich helfen Dir informative Texte, interaktive Übungen, Videos und Arbeitsblätter, Dein Essverhalten zu normalisieren. Auf Wunsch kannst Du auch ein wöchentliches Telefonat mit einem unserer Psychologen vereinbaren, der Dir bei all Deinen Sorgen unterstützend zur Seite steht.

Weitere Informationen zum Selfapy Binge Eating Kurs findest Du hier. Brauchst Du Rat oder Hilfe, kannst Du jederzeit ein kostenloses Erstgespräch mit einem unserer Psychologen vereinbaren.

 

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Nora

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Content Managerin