Essstörungen: Ursachen, Symptome und Behandlung

  • Die drei häufigsten Essstörungen sind Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brech-Sucht) und die Binge-Eating-Störung (Esssucht ohne Erbrechen). Mehr zu Ursachen, Symptome und Therapie.

Die Essstörung gehört zu den psychosomatischen Erkrankungen, die teilweise mit bloßem Auge erkennbar ist. Je nach Störung, sind Betroffene extrem untergewichtig oder übergewichtig. Normalgewicht ist ebenfalls möglich. Die drei häufigsten Essstörungen sind Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brech-Sucht) und die Binge-Eating-Störung (Esssucht ohne Erbrechen). Ein gestörtes Essverhalten, welches meist gesundheitliche Schäden zur Folge hat, kennzeichnet die Essstörungen.

Wer erkrankt an einer Essstörung?

Schätzungen zufolge leiden in Deutschland mehr als eine halbe Million Frauen und Mädchen unter einer Essstörung. Auch die Zahl der jungen Männer, die an einer Essstörung erkranken, ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Insgesamt treten die Erkrankungen in einem immer jüngeren Alter auf. Rund 33% der 14- bis 17-jährigen Mädchen zeigen erste Symptome einer Essstörung. Typischerweise sind Betroffene 12-35 Jahre alt.

Ursachen der Essstörungen

Oftmals ist die Entstehung der Essstörungen ist multifaktoriell bedingt, das heißt, verschiedene Faktoren spielen hier zusammen. Psychologen nennen biologische, individuelle, familiäre und soziokulturelle Ursachen. Zu den biologischen Ursachen gehören der Einfluss von Hormonen und vererbte Faktoren. Individuelle Ursachen sind unter anderem ein hoher Perfektionismus oder Leistungsanspruch, ein geringes Selbstwertgefühl oder traumatische Erlebnisse. Als familiäre Ursachen gelten beispielsweise psychische Erkrankungen eines Elternteils oder das Fehlen von positiven Vorbildern. Zu den soziokulturellen Ursachen zählen das durch die Medien geprägte Schönheitsideal sowie der Vergleich mit Freunden und Personen der Öffentlichkeit.

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Was sind die Symptome der Magersucht?

Anorexia nervosa, Anorexie oder Magersucht bezeichnen eine Essstörung, die von dem Drang geprägt ist, möglichst wenig zu wiegen und das Essverhalten kontrollieren zu können. Magersüchtige machen ihren Selbstwert und ihr Wohlbefinden meist von ihrem Gewicht abhängig. Außerdem sind ständig damit beschäftigt, ihr Körpergewicht zu kontrollieren und zu reduzieren. Betroffene, die die Nahrungsaufnahme verringern oder verweigern, gehören dem sogenannten restriktiven Typus an. Betroffene, die nach dem Essen Gegenmaßnahmen ergreifen, z.B. Erbrechen, Abführmittel nutzen oder exzessiv Sport machen, gehören dem sogenannten Purging-Typus an.

Untergewicht wirkt sich extrem negativ auf den Körper aus. Herzrhythmusstörungen, Störungen im Elektrolyte- und Hormonhaushalt, Organschäden, Osteoporose und Unfruchtbarkeit sind oftmals die Folge einer Magersucht. Das macht die Anorexie zu einer der tödlichsten psychischen Erkrankungen. Eine Behandlung ist immer notwendig. Aufgrund einer fehlenden Krankheitseinsicht verweigern viele Patienten eine Behandlung.

Was sind die Symptome der Bulimie?

Menschen, die von einer Bulimia nervosa oder Bulimie betroffen sind, haben oftmals Normalgewicht, wirken sportlich und scheinen sich sehr gesund zu ernähren. Bulimie ist weniger sichtbar als die Magersucht. Betroffene leiden unter regelmäßigen, nicht kontrollierbaren Fressattacken. Nach einer Essattacke treffen sie aus Angst vor einer Gewichtszunahme gewichtsreduzierenden Maßnahmen. Oftmals wechseln Betroffene zwischen Phasen, in denen sie sehr kontrolliert Essen und viel Sport machen, und Phasen mit Ess-Brech-Anfällen.

Zusätzlich ist das Selbstwertgefühl der Betroffenen sehr stark vom Äußeren abhängig. Daneben spielen oftmals Scham, Ekel und Schuldgefühle eine Rolle. Die Essanfälle dienen der Regulation von unerwüschten Gefühlen, wie Angst, Frust oder Wut. Bulimie tritt häufig zusammen mit einer Depression oder Substanzmissbrauch auf.

 

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Was sind die Symptome der Binge-Eating-Störung?

Die Binge-Eating-Störung oder binge eating disorder wird umgangssprachlich als Esssucht bezeichnet. Betroffene leiden mehrmals wöchentlich oder täglich unter Heißhungerattacken. Während einer Fressattacke schlingen sie große Nahrungsmengen herunter. Schuldgefühle, Scham und Ekel begleiten die Essanfälle. Im Gegensatz zu Bulimikern treffen Menschen mit Binge-Eating-Störung keine Gegenmaßnahmen, wie Erbrechen, sodass Übergewicht eine typische Folge ist. Dies begünstigt die Entstehung von Diabetes und Herzkreislauferkrankungen.

Diagnose der Essstörungen

Zur Diagnose ziehen Ärzte, Psychiater und Psychotherapeuten das Gewicht und die Körpergröße heran, sowie den daraus ermittelbaren Body-Mass-Index. Ein niedriger BMI ist typisch für die Magersucht, wiederum ein hoher BMI für die Binge-Eating-Störung. Menschen mit Bulimie haben oftmals einen BMI im Normalbereich. Bei der Diagnose helfen oftmals Fragebögen. Betroffene sind sich ihrer Essstörung meist bewusst, zeigen jedoch erst spät eine Krankheitseinsicht und Verweigern die Behandlung. Auskunft darüber, ob eine Essstörung vorliegt, geben meistens Selbsttests, die anonym durchgeführt werden können. Solch ein Test ersetzt nicht die ärztliche Diagnose.

Therapie gegen Essstörungen

Damit eine Psychotherapie erfolgreich ist, sollte die betroffene Person die Einsicht haben, dass sie krank ist und Hilfe benötigt. Die kognitive Verhaltenstherapie gehört zu den Methoden, die bei der Behandlung der Essstörungen gute Erfolge zeigt. Da Menschen mit einer Essstörung auf Stress und emotionale Situationen mit einem gestörten Essverhalten reagieren, zielt die Therapie darauf ab, ihnen alternative Bewältigungsstrategien beizubringen. Besonders bei jungen Patienten ist es wichtig, das familiäre Umfeld in die Therapie mit einzubeziehen. Auch Angehörige lernen die Essstörung zu verstehen und können die betroffene Person somit besser unterstützen.

Online-Intervention

Faktoren, die viele Betroffene davon abhalten sich Hilfe zu suchen, sind unter anderem Scham, Schuldgefühle und die Angst vor Stigmatisierung. Hier bietet sich eine Online-Intervention als Einstieg in die Behandlung an. Sie erfolgt anonym und flexibel über das Internet und legt den Grundstein für eine spätere psychotherapeutische Behandlung.

Krankheitsverlauf

Häufig gehen die Essstörungen ineinander über oder wechseln sich ab. Die Symptome sind mal stärker oder schwächer ausgeprägt. Daher lassen sich Betroffene nicht immer eindeutig einer der Kategorien zuordnen. Beispielsweise entwickeln rund 20 Prozent der Magersüchtigen eine Bulimie und 25 Prozent eine chronische Anorexie. Ein Drittel gelingt es nach einer Therapie Normalgewicht zu erreichen. Rund 30 Prozent der Bulimiker entwickeln eine chronische Form. Jedoch liegen zur Binge-Eating-Störung noch relativ wenige Daten aus Studien vor. Die Erkrankung verläuft häufig in Phasen. Nach einer Therapie zeigen zwischen 30 und 80 Prozent der Patienten eine deutliche Symptomverbesserung.

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Hilfe bei Essstörung

Marieke

Marieke