Suizid: Lasst uns offen über Selbstmord sprechen

  • Suizid: Schluss mit dem Tabu

Hinweis: Selfapy ist bei akuter Suizidalität nicht die richtige Anlaufstelle. Wenn Du dringend Hilfe benötigst, wende Dich bitte umgehend an die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de) unter der Nummer: 0800 111 0111 oder den Notruf unter 112. Bei beiden Anlaufstellen erreichst Du Berater, die auf akute Sorgen spezialisiert sind. 

Am 10. September ist der Welt-Suizid-Präventionstag, der seit 2003 jährlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen wird. Hierzulande kümmert sich die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) als Dachgesellschaft um alle Einrichtungen um Aufklärung, Forschung und Lehre. Suizid, Selbstmord, Freitod — es gibt viele Namen für den Akt der absichtlich herbeigeführten Selbsttötung. Eines bleibt jedoch immer gleich: Ein Menschenleben endet vorzeitig. Hätte man dies verhindern können? Hat man die Warnzeichen einfach nicht erkannt?

Erschreckende Statistiken

Weltweit sterben jedes Jahr fast 1 Million Menschen an Suizid. In Deutschland nahmen sich im Jahr 2017 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 9.241 Menschen das Leben. Ende der 70er Jahre waren es noch doppelt so viele. Seitdem war die Zahl zwar zurückgegangen, 2007 lag sie erstmals unter 10,000, hält sich seit dem aber auf konstant hohem Niveau. Tendenziell steigt das Selbstmordrisiko mit dem Alter, doch auch unter Jugendlichen besteht die Gefahr. Jedes Jahr verlieren wir in Deutschland rund 600 junge Menschen.

Wie Kann Suizid Vermieden Werden?

Suizidprävention ist möglich, obgleich es sich natürlich um eine komplexe Aufgabe handelt. Zu den Mitteln der Prävention gehören einerseits Behandlungsangebote, die leicht zugänglich sein müssen, Fortbildungen in den medizinischen und psychosozialen Berufen sowie Aufklärung und Früherkennung von Suizidgefährdung und psychischen Erkrankungen. Andererseits darf es kein Tabu mehr sein, über Suizid zu reden. Betroffene sollten sich nicht für ihre Gedanken schämen müssen.

Probleme Wahrnehmen Und Behandeln

Vielmehr müssen sie sich wahrgenommen fühlen. Ihre Probleme — besonders ihre suizidalen Absichten, aber auch andere Schwierigkeiten in ihrem Leben — müssen ernst genommen werden. In vielen Fällen liegt eine psychische Erkrankung wie Depressionen, eine bipolare Störung oder Schizophrenie vor. Aber auch starke chronische Schmerzen oder andere Leiden, Krankheiten oder Behinderungen können zur Selbsttötung führen. Da die Suizidalität in diesem Sinne also ein Symptom ist, muss die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden. Ambulante oder stationäre Hilfsmaßnahmen, Psychotherapie oder medikamentöse Behandlungen können zum Einsatz kommen. Der Betroffene muss sich aber auch darauf einlassen. Mit absoluter Sicherheit kann ein Suizid leider selten verhindert werden.

Offen Und Ehrlich über Selbstmord sprechen

Selfapy fragt jeden Kurs-Interessenten ganz direkt, ob er Suizidabsichten hat oder schon mal hatte. Wir glauben, dass es wichtig ist offen und ehrlich über dieses Thema zu sprechen und gegebenenfalls auch zu entscheiden, dass unsere Kurse nicht geeignet sind. Denn in Krisensituationen, ist ein Online-Kurs nicht genug. Hilfe kann dann zum Beispiel die Telefonseelsorge bieten (kostenlos unter 0800–1110111 zu erreichen).

Marieke

Marieke