Rückfallprophylaxe: Nie wieder depressiv?

  • Rückfallprophylaxe nie wieder depressiv Depressionen

Nach einer überstandenen Depression wünscht sich wohl jeder Betroffene nur eins: nie wieder depressiv werden. Leider handelt es sich bei der Depression um eine Erkrankung, die mehrmals im Leben auftreten kann; man spricht dann auch von einer rezidivierenden Depression.

Rund 70% der Betroffenen erleiden nach einer überstandenen depressiven Episode mindestens einen Rückfall. Meist geschieht dies bereits in den ersten sechs Monaten nach Abschluss der Behandlung. Durch Rückfallprophylaxe kannst Du dieses Risiko erheblich senken.

Rückfallrisiko senken

Dazu gehört zum einen, dass Behandlungen nicht frühzeitig abgebrochen werden, nur weil eine Symptomlinderung eingetroffen ist. Gerade Psychotherapien können äußerst hilfreich sein, wenn sie auch über die Akutphase hinaus weiterlaufen. Medikamente solltest Du erst nach Rücksprache mit Deinem Arzt oder Psychiater absetzen.

Zum anderen gibt es Möglichkeiten, wie Du selbst ganz aktiv einem Rückfall vorbeugen kannst. Die drei Stichwörter heißen hier Bewegung, Ernährung und Schlaf. Aktivitäten wie Joggen, Walking und Radfahren (oder jeder anderen Sportart, die Dir Spaß macht) sowie eine ausgewogene Ernährung halten Dich körperlich und psychisch fit. Sie tragen auch maßgeblich dazu bei, dass Du gut schlafen kannst. Wenn Du dennoch ständig von Müdigkeit geplagt wirst oder Schlafstörungen hast, kann es hilfreich sein ein Schlaftagebuch zu führen.

Frühwarnzeichen erkennen und gegensteuern

Rückfallprophylaxe bedeutet auch, dass Du die Frühwarnzeichen einer depressiven Episode erkennst. Diese Anzeichen sind für jeden Menschen individuell. Es kann nützlich sein, wenn Du Dir eine Liste mit den Symptomen machst, die zu Beginn Deiner ersten Depression auftraten. Denke jedoch daran, dass ein Rückfall sich durchaus mit ganz neuen Symptomen ankündigen kann.

Typische Frühwarnzeichen sind Müdigkeit und Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und Schwierigkeiten morgens aufzustehen, Desinteresse und sozialer Rückzug, körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme und Verspannungen, sowie viele weitere Symptome.

Überlege Dir am besten schon während einer nicht-depressiven Phase, wie Du auf mögliche Frühwarnzeichen reagieren kannst, wem Du Dich bei einem möglichen Rückfall anvertrauen möchtest und welchen Arzt, Psychologen oder Therapeuten Du aufsuchen kannst. Denke jedoch auch daran, dass Du trotz vorliegender Symptome nicht zwangsläufig auf eine depressive Episode zusteuerst.

Im Selfapy Kurs gegen Depressionen lernst Du im letzten Kursmodul, wie Du Deinen persönlichen „Rückfallkoffer“ zusammenstellen kannst. Weitere Informationen zum Kurs bekommst Du im kostenlosen Erstgespräch mit unserem Psychologen-Team.

Depression

Marieke

Marieke