Ich kann nicht einschlafen: Wie Schlafstörungen und Depression zusammenhängen & was Du für besseren Schlaf tun kannst.

  • Schlafstörungen und Depression stehen im engen Zusammenhang

“Ich kann nicht einschlafen”. Diesen Satz haben wir sicherlich alle schon einmal gesagt, ohne genau zu wissen, welche Folgen Schlafprobleme haben können.

Wir alle wissen, dass Schlaf und Gesundheit in enger Verbindung stehen. Bekommen wir nicht genug Schlaf und sind wir ständig müde und können nicht einschlafen, wirkt sich dies nicht nur auf unsere Leistungsfähigkeit aus, sondern auch auf unsere Stimmung. Aber das ist noch nicht alles: Schlafstörungen können sogar einer der Auslöser von Depression sein.

Vielleicht hast Du schon einmal davon gehört, dass Schlafprobleme eine typische Folge einer depressiven Störung sind. Tatsächlich sind sie aber eben nicht nur Folge, sondern auch Risikofaktor der Krankheit.

In diesem Blog-Artikel erfährst Du, in welcher Beziehung Schlafprobleme und Depressionen miteinander stehen und welche effektiven Tipps Du für einen erholsamen Schlaf befolgen kannst.

Die Folgen von Schlafstörungen.

Wir alle kennen Zeiten, in denen wir einfach funktionieren müssen – Schlaf hin oder her. Unser Körper kann dieses Programm allerdings nicht lange durchhalten. Chronische Insomnie (Schlafstörung) kann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen, das Immunsystem schwächen sowie Diabetes und Übergewicht fördern.

Mittlerweile geht man sogar davon aus, dass Schlafstörungen das Risiko, an einer Depression zu erkranken, um zwei- bis viermal erhöhen im Vergleich zu Menschen, die genügend Schlaf bekommen und weniger müde sind. 

Aber wann genau spricht man von einer Schlafstörung? Ein- oder zweimal zu sagen “Ich kann nicht einschlafen.” macht sicherlich noch keine chronische Schlafstörung aus. Von dieser sprechen wir erst, wenn eine Person über einen Zeitraum von sechs Monaten Probleme mit dem Schlafen hat. Von einer Einschlafstörung hingegen sprechen wir, wenn jemand mehrmals pro Woche für mehr als vier Wochen mehr als 30 Minuten zum Einschlafen benötigt. 

Wie Schlafstörungen Depression auslösen können.

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, wie Schlafstörungen Depression auslösen oder das Risiko, daran zu erkranken, erhöhen können. Verantwortlich dafür sind unsere Hormone, genauer: Das Stresshormon Cortisol. Wenn Du nämlich nicht ausreichend schläfst, empfindet Dein Körper diesen Zustand als Stress. Du stehst quasi unter Dauerstress. Dies führt zu körperlichen und auch psychischen Belastungen. Wenn die Stresssituation nicht aufgelöst werden kann, können sich Depressionen oder auch eine Angststörung bilden. 

Hinzu kommt, dass sich Betroffene in einem Zustand der Hilflosigkeit sehen, wenn sie das Problem der Schlaflosigkeit erkennen. Sie haben das Gefühl, nichts dagegen unternehmen zu können, was zusätzlich zur depressiven Verstimmung beitragen kann.

Schlafmangel unterbricht außerdem die Kommunikation zwischen dem Frontallappen des Gehirns und der Amygdala. Der Frontallappen ist für die Regulation von kognitiven Prozessen wie beispielsweise Lernen, Nachdenken oder Problemlösen, zuständig. Die Amygdala hingegen steuert die Bewertung emotionaler Reize. 

Durch eine Störung dieser Prozesse im Gehirn kommt es nun dazu, dass Du auf emotionale Reize nicht mehr angemessen reagieren kannst. Dies kann zu Symptomen führen, die sich in Konzentrationsschwäche, Ungeduld und Überforderung äußern und Betroffene zu emotionalen Überreaktionen verleiten können.

Schlafstörungen & Depression, Depression & Schlafstörung.

Wir haben Dir gerade erklärt, wie zu wenig Schlaf eine Depression auslösen oder verschlimmern kann. Gleichzeitig kann die Depression Schlafstörungen als Folge haben. So oder so: Unausgeschlafen sieht die Welt ganz schön trist aus. Deshalb möchten wir Dir nun ein paar Tipps mitgeben, die Dir dabei helfen sollen, einen gesunden Schlaf zu finden und so Dein psychisches Wohlbefinden zu verbessern. 

#1 Schlafzimmer vorbereiten.

Ein gutes Klima ist das A und O für einen erholsamen Schlaf. Daher solltest Du vor dem Einschlafen Dein Zimmer ordentlich lüften. Die ideale Temperatur liegt zwischen 16 und 18 Grad. Ein zu warmes Bett bedeutet nämlich Stress für den Körper.

Außerdem sollte Dein Zimmer gut abgedunkelt sein, damit sich Dein Körper auf das Zubettgehen einstellen kann. 

#2 Die besten Zeiten zum Essen und Trinken.

Sicherlich hast Du schon einmal gehört, dass man vor dem Einschlafen keine großen Mahlzeiten mehr zu sich nehmen sollte. Dies liegt daran, dass der Körper wegen der Verdauungsarbeit, die er nach dem Essen leisten muss, nicht abschalten kann. Daher empfiehlt es sich, das Abendbrot auf eine frühere Stunde zu verlegen. Welche Uhrzeit genau, hängt von Deinem Tagesrhythmus ab. Generell gilt: Je früher Du ins Bett gehst, desto eher solltest Du Deine letzte Mahlzeit einnehmen. 

Außerdem solltest Du versuchen, nach 16 Uhr keinen Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke zu Dir zu nehmen, denn auch dieser löst Stress in Deinem Körper aus und führt dazu, dass Du regelrecht unter Strom stehst. 

#3 Tagebuch schreiben und To-Do Listen führen.

Oftmals raubt uns auch das Grübeln im Bett noch lange den Schlaf. Nun, da es endlich still um uns herum geworden ist, fangen die Gedanken an zu kreisen. In dieser Situation kann es hilfreich sein, sich ein Tagebuch mit ans Bett zu nehmen und alle Gedanken niederzuschreiben, die im Kopf rasen. Zusätzlich kannst Du auch bereits eine To-Do Liste für den nächsten Tag anlegen, damit Du ruhigen Gewissens Deinen Schlaf finden kannst.

Noch mehr Tipps, wie es mit dem Schlaf funktioniert, findest Du übrigens in unserem Blogbeitrag zum Thema Besser Schlafen.

Um sowohl körperlich als auch psychisch fit zu sein, brauchen wir Schlaf. Doch manchmal gibt es Situationen, da halten uns quälende Gedanken lange wach. In unserem Selfapy Depressionskurs möchten wir Dir Werkzeuge an die Hand geben, mit denen Du Dein psychisches Wohlbefinden verbessern und somit auch Deine Schlafqualität wieder steigern kannst. Informiere Dich in einem telefonischen Infogespräch.

Liesa Huppertz

Liesa Huppertz

Content Managerin