Mein Kollege ist depressiv – was kann ich tun?

  • Arbeitskollege an Depression erkrankt

Obwohl in Deutschland rund vier Millionen Menschen an einer Depression leiden, handelt es sich noch immer um ein Tabuthema. Besonders in der Arbeitswelt trauen sich viele Betroffene nicht, über ihre Erkrankung zu sprechen. Einer der Gründe hierfür ist die Angst, bei den Kollegen und Vorgesetzten auf Unverständnis zu stoßen.

Jemand, der noch nie depressiv war, kann sich oftmals nur schwer in diese Situation hineinversetzen. Aus Unsicherheit, das Falsche zu sagen, wird geschwiegen. Sätze wie: “Jetzt reiß Dich zusammen”, oder: “Wir sind doch alle mal traurig”, sollten auf jeden Fall vermieden werden. Doch wie reagierst Du am besten, wenn Dein Kollege an einer Depression erkrankt zu sein scheint.

Behutsam vorgehen

Sollte Dir auffallen, dass ein Kollege plötzlich nicht mehr so leistungsfähig ist wie früher, mehr Fehler macht und ständig zu spät kommt oder fehlt, versuche keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Dieses Verhalten kann verschiedene Gründe haben. Neben einer psychischen Erkrankung, können auch physische Ursachen oder private Angelegenheiten zu einer Verhaltensänderung führen

Wichtig ist, depressiv Erkrankte nicht zu stigmatisieren. Depressionen sind keine Schwäche für die sich die betroffene Person schämen müsste. Auch bedeuten verminderte Leistung oder mehr Fehltage nicht, dass der- oder diejenige faul ist oder keine Lust auf die Arbeit hat. Depressionen können jeden treffen, unabhängig vom zum Beispiel Alter, der Bildung oder dem sozioökonomischen Status.

Das Gespräch suchen

Wenn Du ein gutes Verhältnis zu dem betroffenen Kollegen hast, könntest Du behutsam nachfragen, wie es ihm oder ihr geht. Vermeide es, eine „Diagnose“ zu vergeben. Ratschläge können zwar gut gemeint sein, werden vom Betroffenen aber selten als hilfreich empfunden. Ist sie dafür bereit, kann es hilfreich sein, dass die Person ein offizielles Gespräch mit dem Vorgesetzten führt. Wenn nötig, können auch die Personalabteilung oder der Betriebsarzt mit hinzugezogen werden.

Im Zweifel kann es Dir helfen zu überlegen, wie Du selbst behandelt werden möchtest, falls Du krank wirst. Kleine Gesten, wie eine „Gute Besserung“-Grußkarte oder das Angebot, sich nach Feierabend zu unterhalten, können viel bewirken. Falls Du Dir unter Depressionen wenig vorstellen kannst, könntest Du Deinen Kollegen bitten seine Gefühlslage zu beschreiben.

Dein Kollege ist bereit Hilfe anzunehmen? Du könntest Ihm vom Selfapy Depressionskurs erzählen. Unsere Psychologen beraten Dich oder Deinen Kollegen gerne in einem kostenlosen Erstgespräch.

Marieke

Marieke