Welche Ursachen hat die Panikstörung?

  • Ursachen der Panikstörung Panikattacken

Viele Menschen, die an einer Panikstörung leiden, können sich auch Jahre später noch an den Moment ihrer ersten Panikattacke erinnern. Für manche war dies noch während ihrer Jugend, andere waren bereits über 20 oder 30 Jahre alt. Älter als 40 ist kaum jemand beim ersten Auftreten der Erkrankung. In Deutschland sind rund 2 Prozent der Männer und 3 Prozent der Frauen von Panikstörungen betroffen. Die erste Attacke bleibt ins Gedächtnis gebrannt. Doch wie es überhaupt dazu kam und warum es nicht bei dieser einen Episode blieb, ist vielen oftmals ein Rätsel.

Typische Symptome einer Panikattacke sind plötzliches Herzrasen (Symptome erscheinen wie aus „heiteren Himmel“), Schweißausbrüche, Zittern, ein trockener Mund, Atemnot, Schmerzen im Brustkorb oder Übelkeit. Des Weiteren können die Betroffenen Schwindel empfinden, sich schwach oder benommen fühlen. Begleitet werden die körperlichen Beschwerden von Angst vor einem Kontrollverlust, davor “verrückt” zu werden oder schlimmstenfalls dem Gedanken zu sterben. Die Angst vor der Angst hält die Panikstörung aufrecht.

Wie kann eine Panikstörung entstehen?

Mehrere Faktoren können an der Entstehung einer Panikstörung beteiligt sein. So finden sich genetische Ursachen, beispielsweise eine Störung der Botenstoffaktivitäten in bestimmten Hirnregionen. Für diese Annahme spricht auch die familiäre Häufung, mit der Panikstörungen auftreten. Menschen mit einer ängstlichen Persönlichkeit haben ein erhöhtes Risiko für Panik- und Angststörungen.

Oftmals liegt die Ursache für die Panikstörung in der Kindheit der Betroffenen. Traumatische Erlebnisse, der Verlust eines Elternteils, sexueller Missbrauch, Gewalt in der Familie, Alkoholmissbrauch eines Elternteils oder Vernachlässigung begünstigen die Entstehung einer Panikstörung sowie anderer psychischer Erkrankungen.

Auslösende und aufrechterhaltende Faktoren

Zu den auslösenden Faktoren, die also ganz konkret eine Panikattacke verursachen, gehören akuter und chronischer Stress sowie der Konsum von Alkohol, Nikotin oder Koffein. Als aufrechterhaltender Faktor gilt das Vermeidungsverhalten, welches die meisten Betroffenen entwickeln. Riskante Situationen und Orte werden vermieden oder nur mit Begleitung einer anderen Person aufgesucht. Erfolgserlebnisse, die Situation alleine gemeistert zu haben, sind daher nicht möglich und man spricht hier auch von einer „Angst vor der Angst“.

Diese ist der wohl hartnäckigste Faktor, der die Panikstörung aufrecht erhält. So kann sich eine Erwartungshaltung im Sinne einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung entwickeln, denn wer mit der Erwartung durchs Leben geht, dass jeden Moment eine Panikattacke beginnen könnte, wird sich in seiner Angst bestätigt fühlen, wenn es wieder soweit ist. Hier gibt es einen Anknüpfpunkt für die Verhaltenstherapie: Durch kognitive Umstrukturierungen lernt der Betroffene eine positive Erwartungshaltung anzunehmen und sich mit seiner Angst vor einer Panikattacke zu konfrontieren. So kann diese Angst Stück für Stück abgelegt werden.

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Angst

Marieke

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