A day in the life: Vom Leben mit einer Angststörung

  • Erfahrungsbericht vom Leben mit einer Angststörung

“Eigentlich sieht mein Leben, zumindest nach außen hin, kaum anders aus als noch vor einem Jahr. Ich gehe zur Uni, habe einen kleinen Nebenjob und treffe mich mit Freunden. Der größte Unterschied ist, dass ich mich bei den meisten dieser Aktivitäten nicht mehr wohl fühle.

In Vorlesungen sitze ich in der hintersten Reihe ganz am Rand, möglichst nah am Ausgang. Denn so weiß ich, dass ich den Hörsaal schnell und unauffällig verlassen kann, falls mich die Angst überkommt. Während ich mit meinen Freunden noch vor einem halben Jahr viel Feiern und auf Konzerten war, treffe ich sie jetzt meistens zu Hause oder auch mal in einem Cafe.

Plötzlich fing mein Herz an zu rasen

Überhaupt fing ja alles auf einem Konzert an. Ich erinnere mich noch gut an den Abend meiner ersten Panikattacke. Dicht an dicht standen meine Kumpels und ich vor der Bühne, um mich herum dröhnte die Musik, die Luft war stickig und plötzlich fing mein Herz an zu rasen. Schweiß strömte mir das Gesicht und den Rücken runter und meine Knie wurden zittrig.

Ich bemerkte ein Taubheitsgefühl in meinen Armen und der Gedanke: “Du hast einen Herzinfarkt”, schoss durch meinen Kopf, “genau wie Opa.” Mit Müh und Not konnten meine Freunde mich aus der Menge ziehen. “Du hast wohl zu viel gesoffen”, sagte einer von ihnen noch, bevor sie wieder in Richtung Bühne verschwanden. Ich fühlte mich so bloßgestellt.

Die Angst vor der nächsten Attacke

Die zweite Panikattacke kam genauso unerwartet und mitten im Supermarkt. Die dritte im Bus auf dem Weg zu Arbeit. Jedes Mal war der Spuk so schnell vorbei, wie er begonnen hatte. Und jedes Mal wuchs meine Angst vor der nächsten Attacke. Mein Hausarzt untersuchte mich von Kopf bis Fuß, versicherte mir ich sei zu jung und sportlich für einen Herzinfarkt.

Erst nachdem eine gute Freundin eine meiner Panikattacken miterlebte und den Verdacht äußerte, dass ich eine Angststörung haben könnte, beschäftigte ich mich näher mit dem Thema. Jetzt warte ich auf den Start einer Therapie, bis dahin muss ich Selbstmanagement betreiben und hoffe jeden Tag, dass ich heute von der Panik verschont bleibe.”

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Marieke

Marieke